2020 – Das andere Jahr

Muss das wirklich sein??

Ein Rückblick auf ein Jahr, das sich wahrscheinlich wie kaum ein anderes in den Köpfen der Menschen auf der ganzen Welt einbrennen wird?

Ein Jahr, dass wir am liebsten ganz schnell vergessen möchten?

Ganz schnell?

Wirklich?

War es nur schlecht, dieses Jahr?

Ganz sicher nicht! 

Du glaubst mir nicht? Dann nehme ich ich gern mit auf einen Streifzug durch MEIN 2020!!

Und auch wenn wir uns vielleicht nicht kennen, bin ich mir sicher, wir haben einiges gemeinsam erlebt.

Lass uns am Ende einmal schauen, wie es wirklich war, dieses besondere Jahr, in dem alles so anders war!

Planänderung

Zugegeben, das ganze Jahr war eine einzige Planänderung!

Ob diese gut oder schlecht sind, sehen wir natürlich nur im Rückblick.

Ein Bänderriss verhinderte meinen ersehnten Urlaub im Februar. Heute bin ich nur froh, NICHT in einem der ersten Corona Hotspots der Pandemie gewesen zu sein!!

In Sachen Urlaub blieb es auch dabei, Spannung bis zum Schluss!

Geschlossene Hotels machten selbst zeitweise keine Reisen im Inland möglich und aus unserem Plan A wurde Plan D!!!!! 

Es ging nach Rügen……

Habe ich was vermisst?

Nein, es war einfach nur ein Traum. Das Wetter, das Hotel, die Restaurants, der Strand.

Alle Hygienevorschriften wurden vorbildlich umgesetzt und trotz der Einschränkungen, haben wir uns einfach nur wohlgefühlt.

Wie schön es im eigenen Land und oft direkt vor der eigenen Haustür ist, wird in diesem Jahr sicher auch der letzte erfahren haben.

Rügen statt Rhodos

Der Frühling wusste es nicht….

Im ersten Lockdown, ein Wort, das ich bis dahin gar nicht kannte (und das ich auch meinem Schreibprogramm erst einmal vorstellen durfte), verwöhnte uns die Natur mit einem herrlichen Frühling, mit wunderschönen Sonnentagen und einem Naturschauspiel vom Allerfeinsten.

Während wir unsere ersten Erfahrungen mit Quarantäne und Homeoffice machten und die heimische Umgebung mit ausgedehnten Spaziergängen erforschten (mancher Hund fragte sich in dieser Zeit vermutlich, wer zum Himmel eigentliche dieser Covid ist??), präsentierte sich die Natur ihrer schönsten Seite.

Ausgestattet mit meinem neuen Handy, das endlich auch superschöne Bilder liefern konnte, war fast keine Blüte mehr vor meiner Linse sicher….

In anderen Teilen der Welt kamen Delfine bis an den Strand geschwommen und seit ewiger Zeit entfernte sich der Dunst über dem Himalaja, der nun in seiner Schönheit weit zu sehen war.

Der Himmel hatte ein Blau, das ich so auch noch nie wahrgenommen hatte.

Es zeigte sich überdeutlich: Die Natur braucht UNS nicht…!!!

Die Natur entschädigt uns

Das neue Gold

Kennst du diese Momente, an die du dich noch Jahre später erinnern kannst, als wäre es gestern gewesen? Momente, in denen du intuitiv weißt, hier passiert etwas ganz Besonderes?

Sicher weißt du noch ganz genau, wo du warst, als die 1989 die Mauer fiel (so es dich schon gab, auf dieser Welt), als die Flugzeuge am 11.Sepember 2001 in die Twin Towers flogen oder uns die Fußballweltmeisterschaft 2006 ein wahres „Sommermärchen“ bescherte?

In diesem Jahr erlebte ich für mich wieder einen solchen Moment, als ich an einem Samstag morgen das erste Foto von leergeräumten Regalen in meinem Status sah. Meine Tochter schrieb: „Mama, Felix ist schon seit zwei Stunden unterwegs, es gibt kein Toilettenpapier mehr!!!“

Was ich für Düsseldorf noch (wenn auch ungläubig) gelten ließ, sollte sich am selben Tag auch noch hier bei uns in der Kleinstadt bewahrheiten.


Gucci? Prada?? HAKLE!!!!

Wie wir alle wissen, war nicht nur das Toilettenpapier, sondern zeitgleich auch Nudeln, Mehl, Hefe und Seife bald eines der begehrtesten und am schwersten zu erhaltenen Güter überhaupt. Nicht nur in Deutschland, weltweit wurde das „weiße Gold“ knapp.

Menschen prügelten sich teilweise bei neuen Lieferungen und es gab Abgabebeschränkungen um der Nachfrage überhaupt nachkommen zu können.

Was war geschehen? Hatten sich die Symptome vom großen C verändert?? Drohte es Lagerhallen von Großmärkten zu befallen??

Was veranlasst erwachsene Menschen, eine ganze Nation und scheinbar die ganze Welt Toilettenpapier zu horten als gäbe es kein morgen mehr?

Ich vergesse nie die Momente in denen es mir hochnotpeinlich war, eine Packung der knappen Ware aufs Band zu legen…. Ja, tatsächlich verbrauchte sich dies auch weiter im normalen Tempo aber es verbrauchte sich halt…

Gut, alles lässt sich erklären, auch wenn es dadurch nicht logischer wird:

Psychologen erklären uns, das der Mensch in Ausnahmesituationen schon mal im Rekordtempo die Evolution rückwärtslaufen lässt und von einfachsten Instinkten gesteuert, flott mal neben der Spur weiterläuft.

Angeblich konnte sich unser Unterbewusstsein durch das Horten von Vorräten in das Gefühl versetzen, etwas TUN zu können um der drohenden und nicht greifbaren Gefahr zu entkommen.

Ich bin mir jedoch im Nachgang sehr sicher, dass der halbstündliche Hinweis der Medien „Es bestehe kein Grund zu hamstern“ diesem Verhalten auch nicht gerade zur Umkehr verhalf.

Warum waren die Regale trotzdem leer? Eingebildet haben wir uns das ja wohl auch nicht?

Ganz einfach: Die Toilettenpapierindustrie (nennet man das so?) hatte nach eigenen Aussagen tatsächlich nie einen Lieferengpass. Das eigentliche Problem waren die Größen der Produktionseinheiten. Durch die Schließung von Geschäften, Hotels, Restaurants etc. fielen von jetzt auf gleich die Abnahmen für Großgebinde weg und die Umstellung auf haushaltsübliche Mengen ließ sich nicht, der Nachfrage entsprechend, schnell genug umstellen.

That’s it – nicht mehr und nicht weniger!

Nun könnte man annehmen, einmal reicht und wir haben alle daraus gelernt? Nein, das wäre doch zu einfach. Bereits im Oktober gab es gleich die zweite Auflage des merkwürdigen Spieles!

Quo vadis Seelsorge?

An Sicherheitskräften vorbei ins Klinikum – das war auch für mich eine ganz neue Erfahrung!

Seit über zwei Jahren gehöre ich zum Team der Klinikseelsorge im hiesigen Klinikum.

In ehrenamtlicher Mission geht es normalerweise jeden Dienstagvormittag auf die Stationen um Menschen zu begleiten, die oft auch ohne Vorwarnung in Krisensituationen katapultiert werden.

Aufgabe ist es, ein offenes Ohr für Ihre Sorgen und Gedanken zu haben.

Eine dankbare Aufgabe und ich freu mich sehr, das Privileg zu haben, mir diese Zeit in meinem beruflichen Alltag frei halten zu können.

Natürlich blieb auch dieser Bereich nicht von den Veränderungen verschont. Angefangen am 10. März, als riesige Plakate und Hinweisschilder darauf hinwiesen, das Klinikum nicht mehr mit den entsprechenden Symptomen zu betreten, bis hin zum Aufbau eines kompletten Testzentrums auf dem Klinikparkplatz und der teilweise vollständigen Schließung des Klinikums für Besucher.

Während ich mit meinem Ausweis ohne Probleme an den Sicherheitsleuten vorbeikam, mussten die Besucher nicht selten zwei bis drei Stunden anstehen um zu ihren Lieben kommen zu können.
Für ältere und gehbeeinträchtigte Menschen eine absolute Zumutung!

Als sich die Situation im Laufe des Monats immer mehr verschärfte und in Teilen immer unklarer wurde, mussten wir auch hier Möglichkeiten finden, unsere Arbeit irgendwie anders anbieten zu können. Tatsächlich fanden sich Wege, zumindest einen Teil der Patienten telefonisch zu kontaktieren. 

Kein Vergleich aber das einzige, was übrigblieb. 

Ein Telefonat kann niemals die Mimik und Gestik eines Menschen übertragen, was diese Gespräche oft sehr beeinträchtigt. Es wäre schön, wenn wir im kommenden Jahr wieder die Möglichkeit bekommen, vor Ort zu sein. 

Quarantäne – und dann wurde es still….

Blieben auch wir von dem Virus dank meines Bänderrisses verschont, erwischte es doch einige aus unserem Umfeld. Ein Kollege meines Mannes war mit Symptomen aus dem Winterurlaub zurückgekehrt und für uns hieß es durch den direkten Kontakt, ab in die Quarantäne, freiwillig für mich, im Ergebnis tatsächlich dasselbe. 

Interessant war, dass für meinen Mann Quarantäne angeordnet wurde, ein weiterer Kollege bei seinem Gesundheitsamt lediglich die Information erhielt, er könne selbst entscheiden, ob er weiter zur Arbeit ginge oder zu Hause bliebe.

Gut, dass manches nicht immer logisch ist, das sollte uns doch das ganze Jahr noch begleiten.

Dann standen wir da. Zuhause mit Hund. Zum Glück mit Hund will ich sagen, denn unsere Luna ist in diesem Jahr so einige Kilometer mehr gelaufen, als sonst….

Homeoffice und Neuanfang

Homeoffice – das neue Zauberwort. Leider wurde ein anderes Wort zum „Wort des Jahres“ gekürt aber ich bin sicher, dieses war ganz vorn mit dabei!

Parallel lernten die Kinder das Homeschooling kennen und manche Eltern erkannten in dieser Zeit, dass offensichtlich doch nicht immer die Lehrer das Problem waren …

Ich konnte meine Termine im Wesentlichen verschieben und manches nun online oder telefonisch anbieten. Mein Telefon gönnte sich ab da jedoch offensichtlich seinen gesamten Jahresurlaub und blieb die nächsten Wochen still.

Als gar nichts mehr ging, meine neue Webseite in Auftrag zu geben war schon mutig aber es hat sich definitiv gelohnt!

Ursprünglich sollte es nur ein Facelift werden, jetzt hat sie ein völlig neues Gesicht und benutzerfreundliche Funktionen.

Ganz neu sind nun Videosprechstunden und Termine online buchbar.

Eine Situation wie im Frühjahr möchte ich nicht noch einmal unvorbereitet erleben.

Wie viele andere sehe ich die Notwendigkeit, neue Wege zu integrieren.

Bereits in dieser Woche beginnen wir mit mit meiner optimalen Positionierung im Onlinemarkt. Ganz ehrlich, so ganz weiß ich nicht, was mich erwartet aber ich habe ein sehr engagiertes junges Team an meiner Seite, die all das beherrschen, was mir dazu fehlt.

Das Konzept steht grob und wird sich komplett an der Zielgruppe ausrichten. Das Thema begleitet mich zwar schon eine ganze Zeit in der Praxis, jetzt soll es der Schwerpunkt meiner Onlinetätigkeit werden.

Mehr verrate ich noch nicht, lasst euch gern überraschen! 

Vorab so viel: Ich habe es selten mich „leichten“ Themen zu tun und auch diesmal wird es kein Spaziergang. Der Bedarf an therapeutischer Unterstützung ist riesig jedoch das Bewusstsein für dieses Phänomen selbst in Fachkreisen kaum vorhanden. 

Ich wünsche niemandem, in diesem Bereich jemals Hilfe zu benötigen und wenn doch, umgehend die passende Unterstützung zu finden!

Mein „neuer Kollege“ im Homeoffice arbeitet in einer Bank. Hier war die Umstellung nicht zuletzt aus Gründen des Datenschutzes sehr aufwändig. 

Zunächst fehlten die Laptops, die mit entsprechend gesicherten Programmen ausgestattet waren. Als diese zur Verfügung standen, brach das Netz des Rechenzentrums regelmäßig wegen Überlastung zusammen. 

Telefon- und Videokonferenzen boten einigen Stoff für Slapstick aber irgendwie es geklappt.

Was besonders war, war die Ruhe, die sich in dieser Zeit in mir ausbreitete. Ich wusste im Grunde nicht wann und wie es überhaupt für mich weitergehen konnte und dennoch machte mich das weder nervös noch sonst was.

Wir hatten Zeit!!!

Was aber konnten wir damit anfangen? 

Netflix in Dauerschleife und Chips auf dem Sofa, wie von der Bundesregierung in einem fragwürdigen Video vorgeschlagen, kam nicht in Frage, das waren wir einfach nicht.

Wir wurden irgendwie anders zu „Helden“!!

Wir lasen viel, hörten Podcasts und Hörbücher, schauten uns Webinare an, machten morgens mit einer netten Dame auf YouTube Zumba, renovierten ein Zimmer, brachten die Buchhaltung auf Vordermann und anschließend den Garten.

Wegen meiner beruflichen Erfahrung engagierte mich am Krisentelefon, um Menschen die in dieser Zeit regelrecht verzweifelten, Gespräche anbieten zu können.

Aber auch für uns wurde gesorgt:

Ein Fahrschulinhaber nutzte seine freie Zeit und organisierte mit einem Lebensmittelmarkt einen kostenfreien Lieferservice um Menschen in Quarantäne und ältere Mitbürger zu versorgen. Diese Aktion wurde dank Berichten in Funk und Fernsehen deutschlandweit bekannt. Später gab es noch Hilfsangebote für Bedürftige und vieles mehr.

Die Brötchen wurden von unserem Bäcker an die Haustür geliefert und die ersten Frauen fingen an, Masken zu nähen. 

Ach ja, die Masken:

Zunächst dachten wir, das wird ja wohl nur eine vorübergehende Geschichte werden aber gut, mittlerweile ist die Maske für manche ein Accessoire, was passend zur Kleidung gewählt wird, für andere ist sie schlichtweg ein Gräuel!

Erinnerst du dich noch an deine erste Maske? Nur noch Augen sehen war schon komisch. In der Praxis hatte ich später erst Mühe ohne die Mimik meines Gegenübers arbeiten zu müssen.

„Ich gebe Ihnen nicht die Hand, ich schenke Ihnen ein Lächeln“ hieß es zunächst. Dann verdeckte die Maske auch den Mund und die Augen durften diesen Teil übernehmen.

Während ich das schreibe merke ich, wie „normal“ doch manches inzwischen geworden ist. Keine Hände schütteln, wie viel sind 1,5m? All die Dinge lernten wir in diesem besonderen Jahr. Nicht zuletzt das Händewaschen!!!! Zweimal in Gedanken „Happy Birthday“ singen, eher ist man nicht fertig!

Aber da war noch mehr – Masken fielen!

Masken, die man nicht bei 60 Grad waschen kann.  Fallende Masken, die uns Menschen zeigten, von denen wir meinten, sie zu kennen und die uns immer fremder wurden.

Der Umgang mit der Krise zeigte uns manchmal mehr vom Charakter eines Menschen als wir gedacht hätten.

Heute ist es tatsächlich so, dass du dir gut überlegst, mit wem du was besprichst. Bei manchen reicht schon, die eine oder andere Maßnahme zu hinterfragen und du bist raus.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich habe höchsten Respekt vor diesem Virus aber ich habe keine Angst! Angst war noch nie ein guter Ratgeber in meinen Augen. Den Kopf einschalten halte ich hingegen nach wie vor für sinnvoll.

Resümee

Ich kann nicht behaupten, dass ich diese Zeit wiederholen möchte, dennoch hat sie auch mir ganz viel gezeigt. Zum einen, dass unsere „Blase“ hier funktioniert und das ist nicht selbstverständlich. 

Viele Ehen und Familien brechen derzeit auseinander. Die Abwechslung mit der vorher vieles überspielt werden konnte ist weg. Übrig bleibt das, was wirklich ist.

Familie

Jetzt wird es doch etwas privat.

Dieses Jahr, es sollte ein Jahr voller Feiern werden!

Angefangen mit meinem Geburtstag. Vor 5 Jahren konnte ich meinen runden Geburtstag nicht groß feiern, weil meine Mutter verstorben war. Dies wollte ich in diesem Jahr zumindest mit einem Brunch nachholen.

Ende März, der erste Geburtstag der „anders“ war.

Zwei Wochen vorher gelang es uns noch am Tag als die Altenheime schlossen, meine Schwiegermutter aus ihrer Einrichtung heraus, zu Ehren ihres Geburtstags zu einem Essen mit der erweiterten Familie auszuführen.

Am Sonntag darauf machten die Landesgrenzen und die Inseln zu. Kann man sich das vorstellen? Im EIGENEN Land war reisen nicht mehr erlaubt…!!

Meine Nichte wurde in diesem Jahr 20 und zusammen mit meinem Vater, ihrem Opa, der sein 8. Jahrzehnt vollendete sollte eine „100 Jahrfeier“ geplant werden, auch nix….

Mein Sohn machte ein Vierteljahrhundert voll und am gleichen Tag zog unser „Enkelhund” Emma bei ihm und seiner Freundin ein.

Keine große Party aber wunderschön!!!!

Ein besonderes Highlight dieses Jahres war natürlich die Verlobung und standesamtliche Trauung unserer Tochter. 

Ihr Lieben, ich sage euch, so schnell bekommt ihr kein weiteres Kind!!

Pflegeleicht, stubenrein, perfekte Manieren und erstklassige Ausbildung!

Ja gut, als Mama musste ich ein paarmal schlucken, es ist schon etwas Besonderes. Kurze Zeit später stand mein kleines Mädchen im Brautkleid vor mir. Ich bin mir sicher einige von euch wissen, wie das ist….

Nun, das Kleid darf ich nun regelmäßig streicheln, die kirchliche Trauung ist von 2021 auf 2022 verschoben. Wenn gefeiert wird, dann hoffentlich richtig!

Alle Jahre wieder – oder doch ganz anders?

Ja, jetzt sitze ich hier, am Ende meines Jahresrückblicks.

Es ist Montag, der 14. Dezember 2020, das Jahr ist noch gar nicht vorbei und wir stehen kurz vor dem zweiten Lockdown.

Die Schulen und Kitas schließen und ab Mittwoch bleibt auch der Einzelhandel zu.

Ein anderes Weihnachten steht uns bevor und ein anderer Jahresübergang. Kontaktbeschränkungen sind ausgeweitet. 

Es geht wohl nicht anders, die Zahlen, die uns täglich begegnen sind einfach zu hoch.

Da sind immer wieder Fragen:

Bringt das wirklich etwas?

Was ist im Januar?

Wie lange kann die Wirtschaft das aushalten?

Viele Unternehmen und auch Soloselbständige (auch so ein Begriff, den ich erst in diesem Jahr kennenlernte) stehen bereits jetzt vor dem Aus. Der Staat unterstützt mit großen Summen und dennoch ist das für viele nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Wie wird es für die Familien sein, wenn sie nicht im gewohnten Kreis gemeinsam feiern dürfen?

Wie viele Sorgen, Nöte und Ängste nehmen wir mit in das Neue Jahr?

Wie verkraften die Menschen in den Altenheimen, erneut kaum Angehörige sehen zu können?

Wie lange dauert das, was wir „neue Normalität“ nennen?

Gibt es bald eine geeignete Therapie?

Fragen, Fragen, Fragen…. vielleicht werde ich sie in einem Jahr beantworten können.

Das Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden

Es war einmal, Dezember 2019

Zugegeben, diese Zeit ist normalerweise geprägt von Hektik und Stress. Vielleicht dürfen wir auch hier gezwungener Maßen einmal runterfahren?

Wir werden unsere Tochter und ihren Mann zu Weihnachten nicht sehen, und ich weiß, das wird emotional heftig für mich aber für viele andere auch.

Wir werden das beste daraus machen und sie per Zoom zuschalten. 

Die Weihnachtspakete sind unterwegs und auch hier sind schon einige Päckchen angekommen.

Aussichten

Noch ist sie nicht vorbei, die Pandemie. Niemand kann sagen, wie lange wir noch mit den Einschränkungen leben müssen. 

Wir dürfen gespannt sein, was die Zukunft bringt.

Lasst uns zusammenhalten und die Augen offen für die, die Hilfe brauchen.

Ich freu mich auf 2021, auf spannende Projekte, neue, altbekannte und liebgewonnene Menschen in meinem Leben, einfach auf das, was dort auf uns wartet!

Mir hat dieses Jahr gezeigt, dass es auch anders geht. Nicht schneller, höher, weiter, sondern das Besondere in den kleinen Momenten zu sehen. Wahrzunehmen, wie wertvoll ein echter Kontakt sein kann und dass es manchmal wirklich angebracht ist, dankbar zu sein für das, was wir haben.

Damit komme ich nun auch zum Ende meines Rückblicks auf dieses „andere Jahr“ 2020!

War es ein gutes Jahr?  Ein schlechtes Jahr? 

Das darf jeder für sich entscheiden. 

Egal wie wir es sehen, feststeht, wir müssen dadurch. Aber es liegt an uns, ob wir das lachend oder jammernd tun!

Es ist wie es ist und es wird, was wir daraus machen!

Alles Liebe und bleibt gesund!

Sibylle

vom

Sibylle Lätzsch
Heilpraktiker
in Bünde auf jameda